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Duales Studium Soziale Arbeit: Ablauf, Vergütung, Bewerbung

Im dualen Studium Soziale Arbeit wechseln Sie zwischen Hochschule und einem Träger der Sozialen Arbeit und werden dafür vergütet. Sie bewerben sich beim Träger und an der Hochschule, und die Dauer beträgt häufig drei Jahre.

Ablauf und Aufbau

Theorie- und Praxisphasen wechseln sich in festen Blöcken ab. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Lebenshilfe Donau-Ries beschreibt in ihrem Flyer ein duales Studium Soziale Arbeit (Studienrichtung Sozialmanagement) an der DHBW Heidenheim mit Regelstudienzeit von drei Jahren, Abschluss Bachelor of Arts, Beginn zum 1. Oktober und einem Wechsel zwischen Studium und Praxis im Rhythmus von jeweils drei Monaten. Ein weiteres Beispiel aus der BIBB-Datenbank AusbildungPlus: der Studiengang Soziale Arbeit im Gesundheitswesen an der DHBW Villingen-Schwenningen mit sechs Semestern, 210 ECTS und Wechsel in Phasen von zwölf Wochen. Die Beispiele zeigen: Aufbau und Dauer unterscheiden sich je Standort, und Sie sollten sich die Studien- und Praxisphasen von Hochschule und Träger zusenden lassen.

Wer die Praxispartner sind

Praxispartner sind Träger der Sozialen Arbeit, zum Beispiel Landkreise und Städte mit ihren Jugendämtern, Wohlfahrtsverbände, Träger der Eingliederungshilfe, Krankenhäuser und Krankenkassen. Sie stellen den Praxisplatz, schließen den Ausbildungs- oder Studienvertrag und zahlen die Vergütung. Der Studienplatz ist an die Stelle gebunden: Ohne Vertrag mit einem Partner gibt es keinen dualen Studienplatz.

Vergütung

Die Vergütung zahlt der Träger. Die Lebenshilfe Donau-Ries nennt für ihr Angebot eine Vergütung nach TVAöD-BBiG, dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes. Die BIBB-Datenbank listet für den Studiengang in Villingen-Schwenningen eine Spanne von 600 bis 1.000 Euro monatlich (Stand der Datenbank bitte aktuell prüfen). Die Höhe hängt vom Träger und vom Tarif ab; die Stellenanzeige nennt sie.

Bewerbung

  1. Informieren Sie sich bei Hochschule und Trägern über Studiengang und Bewerbungsfristen. Viele Träger schreiben rund ein Jahr vor Studienbeginn aus.
  2. Bewerben Sie sich auf die Stelle beim Träger. Gefragt sind Abitur oder Fachhochschulreife, Motivation und häufig Praktika im sozialen Bereich.
  3. Nach der Zusage meldet der Träger Sie an der Hochschule an oder Sie schreiben sich selbst ein.

Vorteile und Nachteile

  • Vorteile: Einkommen während des Studiums, früher Praxisbezug, gute Übernahmechancen beim Partner, Kontakte zum späteren Arbeitgeber.
  • Nachteile: Weniger Auswahl beim Studienort und beim Schwerpunkt, dichter Stundenplan ohne lange Semesterferien, mögliche Bindung an den Träger nach dem Abschluss. Prüfen Sie Vertragsklauseln zu Rückzahlungen genau.

Staatliche Anerkennung klären

Ob das duale Studium zur staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter führt, hängt vom Land und von der Hochschule ab. Das Flyer-Beispiel der Lebenshilfe macht dazu keine Angabe; fragen Sie die Hochschule, bevor Sie unterschreiben. Zur Bedeutung der Anerkennung im Tarif siehe Eingruppierung im TVöD SuE.

Den passenden Träger finden

Suchen Sie bei den Trägern in Ihrer Region: Jugendämter, Wohlfahrtsverbände, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Kliniken und Krankenkassen. Viele Hochschulen führen Listen ihrer Praxispartner. Fragen Sie die Träger im Gespräch nach Einsatzbereichen, Anleitung, Übernahmechancen und Rückzahlungsklauseln.

Fragen an den Träger

  • In welchen Bereichen arbeite ich während der Praxisphasen?
  • Wer begleitet mich als Praxisanleitung?
  • Welche Vergütung gilt in jedem Studienjahr?
  • Gibt es eine Bindung nach dem Abschluss und unter welchen Bedingungen entfällt sie?
  • Wird die staatliche Anerkennung unterstützt?

Häufige Irrtümer

Ein duales Studium ist nicht automatisch leichter, weil die Praxis dazu gehört; die Prüfungen entsprechen denen im Vollzeitstudium. Es ist auch nicht automatisch ein Arbeitsvertrag: Je nach Träger und Modell sind Sie Studierende mit Studienvertrag und nicht Beschäftigte mit Vollzeitvertrag. Und der Studienort ist nicht frei wählbar, denn er hängt vom Hochschulstandort Ihres Trägers ab.

Zeitplan für die Bewerbung

Planen Sie ein gutes Jahr vor Studienbeginn: Zwölf bis neun Monate vorher Träger recherchieren, danach Bewerbungen schreiben, im Frühjahr Gespräche führen, im Sommer Zusagen klären und einschreiben. Beim Beispiel aus dem Flyer der Lebenshilfe Donau-Ries beginnt das Studium immer am 1. Oktober, sodass die Bewerbungsphase im Vorjahr liegt.

Wer sich für das duale Studium eignet

Das duale Studium passt zu Menschen, die gern strukturiert lernen, ein Einkommen brauchen und sich früh auf ein Arbeitsfeld festlegen können. Es passt weniger, wenn Sie noch keine Vorstellung vom Arbeitsfeld haben oder viel Freiraum für Auslandsaufenthalte und Nebenjobs wollen. Hilfreich sind Praktika oder ein Freiwilliges Soziales Jahr, bevor Sie sich bewerben. Träger achten bei der Auswahl auf Motivation, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Einsicht in die Anforderungen des Berufs.

Duales Studium oder Erzieherausbildung?

Wer mit Kindern arbeiten will, hat zwei Wege: das Studium der Sozialen Arbeit oder die Fachschulausbildung zur Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher. Die Tätigkeiten und die tarifliche Einordnung unterscheiden sich, wie ein Blick in die TVöD-SuE-Tabelle zeigt: Die Gruppen für Sozialarbeit liegen höher als die Erziehergruppen, dafür sind die Aufgabenfelder andere. Wer in der Kita arbeiten möchte, ist mit der Erzieherausbildung näher am Ziel.

Pflichten während des Studiums

Zu den Pflichten gehören die Teilnahme an Lehrveranstaltungen, die Mitarbeit in der Praxis und die Dokumentation der Praxisphasen. Rechnen Sie mit Urlaub nach den Vorgaben des Trägers statt mit langen Semesterferien.

Nach dem Abschluss

Bei kommunalen Trägern richtet sich das Gehalt nach dem TVöD SuE, meist S 11b oder S 12. Einen Überblick über Studienformen gibt die Seite Soziale Arbeit studieren; Alternativen zum dualen Weg sind Fernstudium und Studium in Vollzeit.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein duales Studium Soziale Arbeit?

Häufig drei Jahre bzw. sechs Semester, je nach Hochschule und Studiengang auch länger. Die Beispiele aus DHBW-Studiengängen zeigen drei Jahre mit wechselnden Praxisphasen.

Was verdiene ich im dualen Studium?

Die Vergütung zahlt der Träger. Sie hängt vom Tarif und vom Träger ab; ein Beispiel nennt TVAöD-BBiG, ein weiteres 600 bis 1.000 Euro monatlich.

Bekomme ich die staatliche Anerkennung?

Das ist je Land und Hochschule unterschiedlich. Fragen Sie vor der Bewerbung gezielt nach.